Getreidekurs: ‚Mon(d)tag ist phlegmatischer Reistag

Mein kleiner Getreidekurs beginnt nun also heute am Montag mit dem … (gut, gut, Ihr habt es ja oben alle schon gelesen) … REIS! Da sind in der Kommentarfunktion also bitte Eure veganen REISrezepe gefragt … Verlinkt sie also gern! Ich freue mich auf Reiskuchen, Reiskekse, Reismilch und und und …

In dieser Woche stelle ich Euch nun also – den Wochentagen entsprechend – die einzelnen Getreide und Ihre Entsprechungen vor. Ja, dies ist ein wenig altertümlich, anthroposophisch oder gar spirituell aber vielleicht habt Ihr ja Lust, Euch dem mal zu öffnen … Am Ende der Reihe – also Sonntag – verlinke ich Euch dann eine Datei, auf der Ihr dann alles zusammengefasst und schwarz auf weiß auf einem DIN-A-4 Blatt habt … Ihr braucht also nicht mitschreiben 😉 Cool, oder!?

Foto 18.01.16 18 39 22Der vorwiegend im ostasiatisch angebaute Reis steht in einem engen Verhältnis zum (silbernen) Mond, der hier auf der Erde für Wasserbewegungen im Großen (Gezeiten) und Kleinen verantwortlich ist. Reis wächst in Wasserterrassen und so werden auch die Reispflanzen vom sich hin- und herbewegenden Wasser sanft umspült.

Die Enge Beziehung zum Wasser drückt sich bekanntermaßen auch in der Ernährung des Menschen aus. Das menschliche Gewebswasser kommt durch den Reis in Fluss. Hierzu gibt es viele diätische Anweisungen zu entwässernden Reistagen. Dies hat natürlich auch chemische Gründe, da Reis einen 10 Mal niedrigeren Natriumgehalt, als zum Beispiel die Kartoffel, hat (die aber auch gern zu Entwässerungstagen empfohlen wird). Natrium aber bindet Wasser im Körper.

Die allgemein leichte Verdaulichkeit ist sicher auch dem geschuldet, dass Reis zu den glutenfreien Getreidesorten gehört. Es ist also frei von Gliadin. Das Eiweiß des Reises ist also nicht in den Randschichten (Klebereiweiß) eingelagert sondern durchzieht das gesamte Korn auch im Mehlkörper.

Da Reis beim Kochen einen Schleim bildet, ist er bei Magen/Darminfekten (speziell Durchfällen) heilend einsetzbar, durch die extrem leichte Verdaulichkeit auch wunderbar für Kleinstkinder.

Durch die schwache Verwurzelung der Reispflanze ist auch der Reiskorn wenig mineralisiert (Mineralstoffe einer Pflanze werden durh die Wurzeln im Boden aufgenommen), was wiederum bedeutet, dass er keine großen Impulse für Denkleistungen oder waches Bewusstsein liefern kann.

Völker, die sich vornehmlich von Reis, eben einer Pflanze mit schwacher Erdverbundenheit, ernähren, bleibt viel Raum für ein tiefes und ‚reiches Seelenleben mit spielerischer Geschäftigkeit‘²

Die hierzu passende Tugend lautet (und klingt ein wenig, wie ‚Konfuzius sagt‘):

‚Bedenke Deine Entschlüsse bevor Du zur Tat schreitest‘

Wenn man das nun alles so gelesen hat und überlegt, welchem Temperament diese Pflanze wohl entspricht, kommt man schnell auf das phlegmatische Temperament.

Die Temperamentenlehre von Hippokratis ist übrigens waaaahnisinnig spannend und könnte als einzelnes Thema behandelt werden

(Schematische Darstellung) Vom Körperbau neigen Phegmatiker typischerweise zu Übergewicht. Sie bewegen sich langsam, gern auch mal schlurfend. Sie sind mäßig an Handlungen interessiert. Die Reaktionsfähigkeit eines Phlegmatikers ist eher bedächtig und schwelgend … Eben im ‚Fluss des Lebens‘. Er braucht länger, um auf Geschehnisse zu reagieren und ist auch dann keine Kämpfernatur … aber, wenn er sich an die neue Situation gewöhnt hat, ist er ein beständiges Teammitglied, was seine Aufgaben gewissenhaft erledigt – Hauptsache er fühlt sich wohl und immer ‚gemach, gemach‘.

Therapeutisch ist Reis bei dem Phlegmatiker also eher nicht einzusetzen. Er braucht da mehr ein Getreide, was ihn etwas antreibt … Ihn dürfte zum Beispiel gern mal ‚der Hafer stechen‘ 😉 Im Gegensatz hierzu wär es einen Versuch wert, einem Choleriker mal eine Reiskur zu verpassen (wobei ‚verpassen‘ beim Choleriker vermutlich aussichtslos wär … Doch dazu wann anders!)

Zusammengefasst haben wir am Montag also folgende Entsprechnungen:

  • Wochentag: Montag
  • Getreide: Reis
  • Planet: Mond
  • Metall: Silber
  • Tugend: siehe oben
  • Temperament: Phlegma

Ihr seht, die Urkräfte des Reiskorns ist durchaus eine, die wir in unserer immer oberflächlicher und schneller werdenden Zeit sehr gut gebrauchen können und gern ein- bis zwei Mal pro Woche auf dem Speiseplan stehen darf.

Ich habe für Euch natürlich auch ein paar Reisrezepte … Ihr müsst nur auf das jeweilige Bild klicken …

Pilzrisotto

Pilzrisotto

 

 

Foto 12.07.15 19 06 38

Zitronenrisotto mit Blattspinat

https://veganleak.files.wordpress.com/2015/03/foto-20-02-15-19-52-54.jpg?w=286&h=242

Sushi (obendrein probiotisch)

Foto 17.01.16 13 50 20

Rezept eine Zeile weiter unten …

Kokosmilchreis mit Physalis

Also .. Das war der erste Tag meines kleinen Getreidekurses … Fragt gern, wenn Ihr Fragen – speziell zum Therapeutischen – habt.

Nun lehne ich mich aber erstmal zurück und freu mich auf Eure Reisrezepte … Also … Immer ran an die Kommentarleiste

 

²Udo Renzenbrink, ‚Die sieben Getreide‘

 

 

 

 

 

 

 

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10 Gedanken zu “Getreidekurs: ‚Mon(d)tag ist phlegmatischer Reistag

  1. Grünzeug schreibt:

    Mir ist gerade eingefallen, dass ich vielleicht doch Rezepte für dich habe – aber nur, falls Reisflocken auch zählen. 🙂

    Denn ich mache mir sehr gerne auch mal eine Frühstücksvariante damit – unter anderem mit Gemüse gemischt (hört sich merkwürdig an, schmeckt aber herrlich): http://mehralsgruenzeug.com/2015/09/18/overnight-milchreis-mit-gemuese/.

    Mein absoluter Favorit ist allerdings der Raffaello-ähnliche Reis-Kokos-Traum (opulenter Name, ich weiß – aber ich war so begeistert, dass ich mich habe mitreißen lassen): http://mehralsgruenzeug.com/2015/09/22/raffaello-traum-fruehstueck-overnight/

    Liebe Grüße!
    Jenni

    Gefällt 1 Person

  2. brittlebrick schreibt:

    Psychologisch betrachtet ist kein Zusammenhang zwischen Körperbau und Persönlichkeitseigenschaften gefunden worden. Aber wenn es Hippokrates doch sagt…. 😉

    Ein wunderschönes orientalisches Reisgericht ist ein Persisch Polo. Mancher bezeichnet es auch als „Nur Reis, sonst nichts“. Ein Gericht bei dem der Reis in einem Fett-Wasser-Gemisch gedämpft wird. Dabei backt er unten am Boden an und dieses Gebackene ist das beste am ganzen Topf! Es ist ein klein wenig aufwändiger, aber es lohnt sich. Es gibt viele verschiedene Varianten, mit und ohne Fleisch, verschiedenen Gemüsen… Das eine Rezept gibt es nicht. Meine vegane Variante findet ihr hier:
    https://brittlebrick.wordpress.com/2014/05/25/brittas-veganes-persisch-polo/

    Und weil ich es soooo schön finde, hier noch mein Hippie Sushi: https://brittlebrick.wordpress.com/2014/11/10/vfy-challengetaugliches-hippie-sushi-auch-fur-jungs/

    LG, Britta

    Gefällt 1 Person

    • koeniginvegan schreibt:

      Auf dieser Temperamenten- und auch ‚Säftelehre‘ basieren unzählige Therapien … Selbst Schulmedizinern wird sie gelehrt! Aber zu Deinem Rezept! Ich muss mir Dein Polo nachher mal anschauen! Eine Freundin hat das glaube ich früher immer gekocht (sie ist mit einem Perser verheiratet) … Unten am Boden waren dünne Kartoffelscheiben … Sooo knusperleckrig 😋 … Freu mich! Ja, und Sushirezepte 👍👍

      Gefällt 1 Person

  3. Gabriele schreibt:

    Ach Stephanie, wie das Leben doch manchmal so spielt, habe heute gerade davon berichtet, das den Wochentagen eine Getreide zugeordnet ist 😝 Also mir geht ja nichts über meinen heiligen Mittwoch ….yummi !
    Liebe Grüße von der Küste

    Gefällt 1 Person

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