Alles Tofu oder was? … Ein Roman von Ellen Berg

Foto 22.07.15 18 45 34Hach, hach, hach … Wochenlang bin ich um diesen Roman herumgeschlichen, fand ich das Cover ja so GAR NICHT ansprechend … Aber irgendwie war mir, als MÜSSTE ich ihn lesen, wollte ich meinen treuen LeserInnen doch eine Rezension liefern.

Da nun ja Ferienzeit ist und hier alles etwas langsamer läuft, habe ich mir diesen Roman TROTZ des – für mein Empfinden – abstoßenden Covers gekauft.

In ‚Alles Tofu oder was?‘ geht es um eine vegane und alleinerziehende Mutter (Dana), die ein kleines veganes Restaurant führt, in dem der vietnamesische Koch (Hung Tai) in der Küche werkelt. Das Restaurant läuft schlecht, obendrein soll das Gebäude, in dem nicht nur das Restaurant sondern auch ihre Wohnung liegt, abgerissen werden und Foto 22.07.15 18 46 15einem Prachtbau weichen (Thema Gentrifizierung). Damit nicht genug, Danas Freund (Paul) ist ein fleischfressende Pflanze, der sie (nicht nur aufgrund ihrer Ernährungsweise) verlässt. Dafür zieht ihr im Rollstuhl sitzender Vater (Herrmann Twilling), der gerade von der Mutter rausgeschmissen wurde, bei ihr ein. Ach ja … und dem stillen und meist einzigen Gast (Philipp) fällt später auch noch eine besondere Rolle zu.

Soweit zur Geschichte … Soweit am Zahn der Zeit!

Nun zu meiner persönlichen Rezension! Der Anfang mag bös klingen, daher sage ich lieber gleich schon vorweg, dass ich das Buch, resp. die Charaktere ab etwa Seite 200 (es hat etwas über 300) fast lieb gewonnen habe und es tatsächlich (obwohl die Geschichte etwas Vorhersehbares hat) eine Wendung nahm, mit der ich nicht gerechnet hatte. Auch das ‚Grande Finale‘ war ganz gut inszeniert!

Aus den Themen: Vegan, Liebe, Gentrifizierung, Baulöwen, Generationsproblem, Alleinerziehendenproblematik kann man ja so allerhand herausholen! Dies ist meines Erachtens leider nicht so wirklich gut gelungen. Inhaltlich kam Einiges rüber zum Thema ‚vegan‘. Für mich klang es jedoch, als ob es ins Lächerliche gezogen werden sollte. Schade! Zu denken gibt mir obendrein auch, dass auf dem Buchrücken ein Kommentar gedruckt wurde …

‚Herrlich ironischer Spaß‘ HÖRZU

– der ja wohl eigentlich Werbung für dieses Buch machen soll – der mich fragen lässt:

WAS genau war jetzt ironisch??? Die Frau, die für den veganen Gedanken kämpft?? Dieser Kommentar hinterlässt bei mir einen leicht bitteren Geschmack, den ich aber jetzt einfach erstmal beiseite schiebe!

Schon aufgrund des Covers schien klar, dass es sich um ein ’seichteres‘ Buch zur Thematik ‚Vegan‘ handelt. Kein Problem, wobei ich mir trotzdem einen interessanteren Schreibstil erhoffte. Die Rollen waren sehr übertrieben, klischeereich und vorhersehbar dargestellt … Das hatte die Geschichte eigentlich gar nicht nötig 😦 …:

  • Dana

Foto 22.07.15 18 48 23In ihren Dialogen hat sie ständig und immer wieder predigtartig vegane Vorzüge dargestellt und wurde auch optisch als ‚Ökomutti‘ präsentiert. Schade. Manchmal ist weniger mehr und so kam sie etwas überzogen rüber.

  • Danas Tochter Leonie (Kindergartenalter)

Ihr war die Rolle des kleinen Kindes (welches natürlich Fleisch liiiebte) zugeschrieben, das immer die Erwachsenenworte falsch verstand (aus Beuteschema wird Beutelschimmel gemacht usw.) … Leider ZU oft!

  • Foto 22.07.15 18 49 36Danas Feund/ExFreund Paul

Wurde so extrem gegenteilig zu Dana präsentiert (nicht nur fleischfressend sondern auch noch Covergirls auf Postern in der Küche aufhängend). Auch das: Too much!

  • Danas Vater, Herr Twilling

Ihr im Rollstuhl sitzender Vater, der gern weit ausholt und oberlehrerhaft Predigen hält. (Da er wohl auch immer sehr gut angezogen in seinem Rollstuhl sitzt, musste ich immer an Herrn Schäuble denken … schon allein das war NICHT schön)

  • Der Koch

Foto 22.07.15 18 53 17Hmmm … Da die Schriftstellerin ein klassisches ‚Lindenstraßenalter‘ hat, frage ich  mich, ob sie den stets mit vietnamesichen Sprichwörtern um sich schlagenden Koch dort etwas abgekupfert hat … (An ‚geklaut‘ dachte ich übrigens auch bei einer ‚Mülltonnenszene‘ und zwar aus ‚Ist das Leben nicht schön?‘ …Vielleicht sehe ich aber auch nur Gespenster!?)

  • Die Maklerin (Baulöwin), der Anwalt (sexistisch), Lebensmittelaufsich (erbarmungslos)

Auch hier wurde jedes Klischee bedient. Leider, leider, leider!

Aaaber … Wie ich oben bereits erwähnte,  irgendwann hat man sich an all das gewöhnt und taucht in die Geschichte ein. Es gibt durchaus Dialoge, die zum Schmunzeln einladen und die dahinterstehende Love-Story wäre das perfekte Drehbuch für meine Sonntag-Abend-Schmonzette!

Foto 22.07.15 18 45 52‚Alles Tofu oder was?‘ von Ellen Berg ist ein seichter Urlaubsroman, tendentiell wohl eher für Frauen geschrieben und leicht unterhaltend. Ich bereue es nicht, dieses Buch gekauft und gelesen zu haben, hatte aber schon deutlich besseres vor der Linse!

Wenn Ihr allerdings jemanden kennt, der sich im veganen Buziness selbstständig machen möchte, würde ich schon sagen, ist dieses Buch ein ‚MUSS‘ als Geschenk

Kennt jemand von Euch dieses Buch?? Wie hat es Euch gefallen?? Wer es lesen möchte … Ich verleihe es gern … Aber nur gegen Kommentar auf meinem Blog nach dem Lesen 😀

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